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Das 19. Jahrhundert und die industrielle Revolution in Thüringen

Europa erlebte im 19. Jahrhundert durch die „Industrielle Revolution“ große politische, wirtschaftliche und soziale Umbrüche, welche die Gesellschaft grundlegend veränderten. Diese Entwicklung hatte in England bereits zum Ausgang des 18. Jahrhunderts nach der Erfindung der Dampfmaschine und des mechanischen Webstuhls eingesetzt. Die Massenproduktion beispielsweise von Textilien mit Hilfe von Maschinen ersetzte nun in vielen Bereichen das Handwerk.1 Im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach hingegen beruhte die Wirtschaft wie überall im kleinstaatlich geprägten Thüringen noch für Jahrzehnte auf Landwirtschaft und Kleingewerbe. Der Beitritt des Thüringischen Zoll- und Handelsvereins zum Deutschen Zollverein am 11. Mai 1833 erleichterte den Handel über die Landesgrenzen hinweg. Die Liberalisierung des Handels sowie zunehmende Vernetzung zwischen den einzelnen Territorien und Trägern der Industrialisierung bewirkten übergreifende Aktivitäten mit Auswirkungen auf die gesamte Infrastruktur des thüringischen Raums. Eine entscheidende Rolle bei der Industrialisierung Weimars spielte dann der Eisenbahnbau. Die Strecke der Thüringer Bahn von Halle nach Bebra erreichte 1846 Weimar von Osten und wurde 1849 nach Westen durchgehend fertiggestellt.2

Weimarer Bahnhof im 19. Jahrhundert Stadtarchiv Weimar

Die Einwohnerzahl Weimars wuchs zwischen 1834 und 1910 um mehr als das Dreifache von 10.638 auf 34.582.3 Großherzog Carl Friedrich (1783–1853) wie auch sein Sohn und Nachfolger Carl Alexander (1818–1901) förderten die Industrialisierung.4 Sie setzten sich bei der Stadtplanung allerdings dafür ein, dass in ihrer Residenz die nun entstehenden Gewerbegebiete und neuen Wohnbereiche räumlich voneinander getrennt wurden.5 Während südlich des Bahnhofs bis hin zum historischen Stadtkern Wohngebiete für „die neue Schicht der Industrie- und Verkehrsarbeiter“ erschlossen wurden, entstand nördlich der Bahnstrecke ein Industriegebiet.6

Hans W. Schmidt (1859–1950): Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach besucht die Eisengießerei Stieberitz in Apolda, 1889

Großherzog Carl Alexander erkannte früh die Notwendigkeit der technischen Entwicklung und Industrialisierung seines traditionell landwirtschaftlich geprägten Kleinstaats.

Eigentum von Michael Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach; Klassik Stiftung Weimar, Museen

Wegen der Bautätigkeit in der schnell wachsenden Stadt wurde hier 1861 die Dürrenbacher Hütte als Ziegelei begründet. Von 1870 bis 1895 firmierte sie unter Ziegelei und chemische Fabrik, die unter anderem Kosmetikartikel hergestellt hatte.7 Die 1898 gegründete „Waggonfabrik Weimar AG“ war der größte Betrieb mit rund 300 Industriearbeitern.8 Bis zum Jahr 1900 siedelten sich insgesamt rund 25 Fabriken mit rund 1000 Arbeitern in der Residenzstadt an.9 Anders als in industriellen Zentren wie Berlin wurde die sich in Weimar herausbildende Kleinindustrie ein charakteristisches Merkmal der industriellen Entwicklung im staatlich zersplitterten Thüringen.

Ziegel für das wachsende Weimar Arbeiter mit Transportwagen für Ziegel, Schleyersche Ziegelei nahe der Ettersburger Straße, ohne Datum Stadtarchiv Weimar

Die Masse der Industriearbeiter und ihre Familien lebten häufig an der Grenze des Existenzminimums und konnte nur bei kontinuierlicher Arbeit das Mindesteinkommen erzielen, um ein kümmerliches Dasein fristen zu können.10 Eine Arbeitszeit von 14 Stunden und mehr an sechs Tagen in der Woche war die Regel ebenso wie Kinderarbeit an Maschinen und im Bergbau.11

The Punch, 75.1878, September 28, 1878, S. 143

Mit den Sozialistengesetzen von 1878 wollte Reichskanzler Otto von Bismarck (1815–1898) die Aktivitäten der sozialdemokratischen Parteien und Vereine unterdrücken. Das britische Satiremagazin „The Punch“ kommentierte dies am 28. September 1878 mit einer Karikatur unter dem Titel „Socialist Jack in the Box“ (deutsch: „Der sozialistische Schachtelteufel“). Bismarck versucht demnach einfach, die Sozialisten durch das Gesetz in eine Kiste zu sperren. Im Begleittext wird jedoch vorausgesagt:

Repression ever acts as an elixir
To human yearnings for a freer wing.
Unterdrückung wirkt stets wie ein Elixier
für die menschliche Sehnsucht nach mehr Freiheit.

Die sozialdemokratische Fraktion im Reichstag konnte ihre Stimmen bis 1890 verdreifachen und wurde zum ersten Mal die stärkste Partei im Kaiserreich.

Universitätsbibliothek Heidelberg

Politik der Vergesellschaftung

Angesichts dieser Bedingungen in der Fabrikarbeit in ganz Europa war 1847 in London der Bund der Kommunisten gegründet worden. Mitbegründer waren Friedrich Engels (1820–1895), der als Sohn eines Baumwollfabrikanten das Elend in den Fabriken in Manchester erlebt hatte, und der Ökonom Karl Marx (1818–1883). Sie veröffentlichten im Jahr 1848 das Kommunistische Manifest, das mit dem Aufruf endet: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“12

Eine neue Gewerbeordnung hatte 1862 für das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach den Zunftzwang aufgehoben. Für die Ausübung eines Gewerbes war die Mitgliedschaft in einer Innung bzw. Zunft, welche bis dahin die Interessen des Handwerks vertreten hatte, nicht mehr erforderlich. An ihre Stelle traten beruflich Genossenschaften für die Arbeiterinnen und Arbeiter. Den ersten Arbeitervereinen, die sich bereits im Zuge der Revolution von 1848 zur „Deutschen Arbeiterverbrüderung“ zusammengeschlossen hatten, war es jedoch nahezu unmöglich, sich eigene Räumlichkeiten für Zusammenkünfte zu schaffen. Dies scheiterte zunächst einmal an den finanziellen Möglichkeiten. Vor allem aber wurden die „Arbeiterverbrüderungen“, die „eine untrennbare Verbindung zwischen der demokratischen Regierungsform und der Durchführung der sozialen Reformen“ forderten, wenige Jahre später in allen deutschen Staaten verboten.13

Ferdinand Lassalle (1825–1864) gründete 1863 in Leipzig den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), der genossenschaftlich und nationalstaatlich ausgerichtet war. August Bebel (1840–1913) und Wilhelm Liebknecht (1826–1900) gründeten 1869 in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP), welche revolutionäre und internationalistische Ziele verfolgte. Bei einem gemeinsamen Parteitag in Gotha kam es 1875 zum Zusammenschluss beider Parteien zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP), deren Parteiprogramm nun ein Kompromiss beider Richtungen war, was von Karl Marx heftig kritisiert wurde.14

Ein Attentat, bei dem Kaiser Wilhelm I. (1797–1888) schwer verletzt wurde, lieferte Reichskanzler Otto von Bismarck (1815–1898) den willkommenen Anlass zur Durchsetzung eines „Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“, das 1878 vom Reichstag verabschiedete „Sozialistengesetz“. Das zunächst befristete Gesetz wurde mehrfach verlängert und sozialdemokratische oder gewerkschaftliche Zusammenkünfte blieben bis 1890 unter Strafandrohung verboten. Eine von Bismarck angestrebte unbegrenzte Verlängerung des Sozialistengesetzes scheiterte. Aus der Wahl zum 8. Deutschen Reichstag 1890 ging die SAP dann mit 19,7 Prozent als stärkste Fraktion hervor. Auf einem Parteitag in Halle wurde im Oktober 1890 die Umbenennung in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) beschlossen. Im Oktober 1891 suchte die SPD bei einem Parteitag in Erfurt in einem neuen Programm nach einem Kompromiss zwischen den revolutionären Forderungen von Marx und demokratischen und sozialpolitischen Zielen wie der Gleichstellung von Frauen, dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht, dem Achtstundentag oder dem Arbeitsschutz.15 Ziel der Weimarer Parteileitung der SPD war zudem die „geistige Bildung der Arbeiterklasse“ in Zusammenarbeit mit den „ihr nahestehenden Schichten des Kleinbürgertums“.16

Volkshaus um 1908 Stadtarchiv Weimar

Volkshäuser — wie sie entstanden17

Nicht zuletzt die Versammlungsverbote während der Dauer des Sozialistengesetzes hatten deutlich gemacht, wie wichtig geeignete Räume für die Beratungen der Arbeiterparteien und Gewerkschaften waren. Hinzu kam, dass die neu entstandene Arbeiterschaft infolge der Abwanderung in die Industriemetropolen häufig den sozialen Halt einer kleinstädtischen oder dörflichen Umgebung verloren hatte, in denen man sich beispielsweise in Gemeindestuben treffen konnte. An Bedeutung gewannen die Arbeiterkneipen als sozialer Anlaufpunkt. Angesichts der katastrophalen Wohnverhältnisse waren diese eine Art „Wohnzimmer“. Wirte verlangten aber häufig hohe Preise für die Vermietung von Versammlungsräumen oder schreckten auch auf Druck der Obrigkeit vor einer Vermietung an die Arbeiterbewegung zurück. Wie auch andere Sozialisten pachtete daher der spätere Reichspräsident Friedrich Ebert (1871–1925) von 1894 bis 1900 in Bremen die Gastwirtschaft „Zur guten Hilfe“, als „Parteibudik“18. Diese entwickelte sich „zu einem Mittelpunkt politischer und gewerkschaftlicher Aktivitäten.“19

Um den Mangel an Versammlungsräumen auch für die inzwischen in großer Zahl entstandenen Arbeiterbildungs- und -sportvereine sowie preiswerten Unterkünften für die Arbeiterschaft zu beheben, war in europäischen Ländern, in denen die Industrialisierung früher eingesetzt hatte, bereits damit begonnen worden, „Volkshäuser“ zu errichten. Sie wirkten als Schnittstellen zwischen Politik, Alltagswelt und kultureller Bildung. So wurde in Kopenhagen bereits 1879 ein Folkets Hus eingeweiht.20

Als erstes Volkshaus der SPD im Deutschen Reich überhaupt gilt der von einem Malermeister 1893 in Wernigerode errichtete „Volksgarten“.21 Im Jahr 1901 gab es bereits elf Volkshäuser und ihr Zahl wuchs bis 1913 auf 83. Dazu zählte auch das um 1907 in Weimar errichtete Volkshaus. Bis 1924 waren es reichsweit 184.22

Auch das liberale Bürgertum sah in von ihm finanzierten Volkshäusern ein Mittel zur kulturellen Bildung der Arbeiterschaft.23 Die ab 1909 entwickelten Pläne zum Bau eines Kultur- und Kongresszentrums für Weimar im Asbach-Grünzug scheiterten am Ersten Weltkrieg. Als Ergebnis der in der Weimarer Republik gegründeten Initiative „Kulturprojekt Weimar“ wurde schließlich am 12. März 1932 die Weimarhalle eingeweiht. Eine der ersten Veranstaltungen hier war dann allerdings drei Tage später der Gauparteitag der NSDAP mit Adolf Hitler als Festredner.24

Fußnoten

1 Vgl. den enzyklopädischen Überblick bei Hahn, Hans-Werner: Die industrielle Revolution in Deutschland (= Enzyklopädie deutscher Geschichte, Bd. 49) München, 2. Aufl., 2005, S. 1-13 sowie Hahn, Hans-Werner: Zwischen Fortschritt und Krisen. Die vierziger Jahre des 19. Jahrhunderts als Durchbruchsphase der deutschen Industrialisierung. (= Schriften des Historischen Kollegs. Vorträge Bd. 38), München 1995

2 Die Thüringische Eisenbahn, in: Zeitung des Vereins deutscher Eisenbahn-Verwaltungen. Nr. 6. Leipzig 18. Januar 1862, S. 41-42, online unter: www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10934031_00061_u001?page=2,3 [11.05.2025]

3 Eine tabellarische Übersicht der Volkszählungen von 1779 bis 1990 bei Art. Weimar, in: Wikipedia, online unter: de.wikipedia.org/wiki/Weimar [13.04.2025]

4 Hahn, Hans-Werner: Monarchische Herrschaft und industrielle Welt. Die wirtschaftliche Entwicklung Sachsen-Weimars unter Großherzog Carl Alexander, in: Jacobs, Grit / Schuchardt, Günter (Hrsg.), Zwischen Kunst, Handwerk und Industrie. Carl Alexander und die Vision von der Schönheit der Dinge. Begleitschrift zur Sonderausstellung auf der Wartburg vom 22.06.2018 bis 28.02.2019, Regensburg 2018, S. 49

5 Zur Stadterweiterung im 19. Jahrhundert vgl. Müller, Rainer et al.: Stadt Weimar. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmale in Thüringen. Bd. 4.1, Erfurt 2009, S. 118–123

6 Ernst, Walter: Vom Bauen und Wohnen im alten Weimar. Ein Stück heimatlicher Kulturgeschichte. Beiträge zur Geschichte der Stadt Weimar Heft 6/7 (1931), S. 99

7 Günther, Gitta/ Huschke, Wolfram/ Steiner, Walter (Hrsg.): Weimar. Lexikon zur Stadtgeschichte. Weimar 1998, S. 97, online unter: www.google.de/books/edition/Weimar_Lexikon_zur_Stadtgeschichte/lNfmDQAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=D%C3%BCrrer+Bach&pg=PA97&printsec=frontcover [11.05.2025]

8 Zur Geschichte vgl.: Fischer, Helmut/ Zöllner, Hans-Jörg: 100 Jahre Industriestandort Weimar-Werk — Geschichte des Weimar-Werkes. Eigenverlag, Weimar 1998 Weimar Werk — Weimars ältester Industriestandort sowie Weimarwerk, online unter: weimar-werk.de [13.04.2025]

9 Hahn, Monarchische Herrschaft, 2019, S. 38

10 Ziegler, Dieter: Die industrielle Revolution. Darmstadt 2005, S. 46. Gerade einmal 22 Pfennige in der Stunde verdiente 1871 beispielsweise ein Maurer in Dresden. Ein Kilo Butter kostete zur gleichen Zeit etwa 2,00 Mark. Vgl. von Tyszka, Carl: Löhne und Lebenskosten in Westeuropa im 19. Jahrhundert. (Frankreich, England, Spanien, Belgien). Nebst einem Anhang: Lebenskosten deutscher und westeuropäischer Arbeiter früher und jetzt. Schriften des Vereins für Socialpolitik Nr. 145/III, München/ Leipzig 1914, S. 269 u. 285. Ein pdf der Veröffentlichung beim der Deutschen Zentral-Bibliothek für Wirtschafts-Wissenschaften (ZBW), online unter: www.econbiz.de/Record/lebenskosten-deutscher-und-westeurop%C3%A4ischer-arbeiter-fr%C3%BCher-und-jetzt-tyszka-carl-von/10011543286 [03.12.2024]

11 Zur Kinderarbeit vgl. Dörr, Nikolas: 165 Jahre Einschränkung der Kinderarbeit in Preußen. Ein Beitrag zum Beginn der Sozialgesetzgebung in Deutschland, in: MenschenRechtsMagazin 2/2004, S. 141—151, online unter: publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/3800/file/seite_141_151.pdf [ 11.05.2025]

12 Marx, Karl/ Engels, Friedrich: Das Kommunistische Manifest. Illustrierte Ausgabe, Karl Dietz Verlag Berlin, ein Faksimile und elf Holzschnitte von Frans Masereel, 17. Auflage Berlin 2003, der Text digital in der Online Library of Liberty, online unter: oll.libertyfund.org/pages/marx-manifest [13.04.2025]

13 Offermann, Toni: Die frühe Arbeiterbewegung und die Revolution von 1848. In: Gewerkschaftliche Monatshefte 49 (1998), 4, 240-246, online unter: library.fes.de/gmh/main/pdf-files/gmh/1998/1998-04-a-240.pdf, S. 243 [07.12.2024] sowie Dowe, Dieter/ Offermann, Toni (Hrsg.): Deutsche Handwerker- und Arbeiterkongresse 1848–1852: Protokolle und Materialien. Berlin 1983

14 Das Gothaer Programm der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) von 1875, online unter: www.marxists.org/deutsch/geschichte/deutsch/spd/1875/gotha.htm#top [01.12.2024]. Vgl. auch: Zur Kritik des sozialdemokratischen Parteiprogramms / aus dem Nachlass von Karl Marx, in: Die neue Zeit. Revue des geistigen und öffentlichen Lebens. — 9.1890­-91, 1. Bd. (1891), H. 18, S. 561–57, online unter: library.fes.de/cgi-bin/neuzeit.pl?id=07.00740&dok=1890-91a&f=189091a_0561&l=189091a_0575 [01.12.2024]

15 Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (“Erfurter Programm”). Erfurt 1891, online unter: www.erfurt-web.de/Text_Erfurter_Programm [02.12.2024]. Vgl. auch Kautsky, Karl: Das Erfurter Programm in seinem grundsätzlichen Teil erläutert. 2. Aufl. Stuttgart 1892, online unter: library.fes.de/prodok/fa87-01370a1.pdf [02.12.2024]

16 Günther, Gitta / Wallraf, Lothar (Hrsg.): Geschichte der Stadt Weimar. Weimar 1975, S. 462

17 Zur Geschichte der Volkshäuser vgl. die detailreiche Arbeit von Hoffsten, Anke: Das Volkshaus der Arbeiterbewegung in Deutschland. Gemeinschaftsbauten zwischen Alltag und Utopie. Köln 2017 sowie Lorenz, Robert: Volkshäuser: Geschichte und Bedeutung. Blog des Göttinger Instituts für Demokratieforschung 2013, online unter: www.rlorenz.de/texte/volkshaeuser-geschichte-und-bedeutung/ [03.12.2024]

18 Zu den häufig als „Parteibudiken“ oder „Schnapskasinos“ bezeichneten Gaststätten der Arbeiterschaft vgl. Hoffsten, Volkshaus, 2017, S. 448

19 Kotowski, Georg: Ebert, Friedrich. In: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 254-256 [Online-Version]; online unter: www.deutsche-biographie.de/pnd118528610.html#ndbcontent [02.12.2024] sowie Mühlhausen, Walter: Friedrich Ebert 1871–1925. Reichspräsident der Weimarer Republik. Bonn 2006, S. 47 ff.

20 Eine Liste (Auswahl) der europäischen Volkshäuser unter: Art. Volkshäuser. In: Wikipedia, online unter: de.wikipedia.org/wiki/Volkshaus [13.04.2025] sowie das Ortsverzeichnis bei Hoffsten, Volkshaus, 2017, S. 718–722

21 Vgl. Hoffsten, Volkshaus 2017, S. 42, Anm. 106 sowie „Wernigerode einst & jetzt!“, Groß, Otmar: Der „Volksgarten“, online unter: www.wernigerode-einst-jetzt.de/der-volksgarten/ [04.12.2024]

22 Die Angaben nach Brunner, Detlev/ Heidenreich, Frank/ Langewiesche, Dieter/ Teichler, Hans Joachim / Ueberhorst, Horst: Sozialdemokratische Partei und sozialdemokratisches Vereinswesen. SPD — Arbeitersport — Volkshäuser. Gutachten für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands. Marburg 1995, S. 49-60

23 In Jena wurde 1903 das von dem Wissenschaftler, Unternehmer und Sozialreformer Ernst Abbe (1840–1905) initiierte Volkshaus in Trägerschaft der Carl-Zeiss-Stiftung eingeweiht. Hier fanden auch 1911 und 1913 die Reichsparteitage der SPD statt. Vgl. Liebold, Birgit/ Franz, Magret (Hrsg.): Volkshaus Jena 1903-2003. Versuch einer Chronik. Jena/ Quedlinburg 2003, S. 20

24 Kirsten, Holm: „Weimar im Banne des Führers“. Die Besuche Adolf Hitlers 1925–1940. Köln/ Weimar/ Wien 2001, S. 46

Dr. Bernhard Post Foto: Michael Paech

Bernhard Post

Dr. Bernhard Post, geb. 1953 in Mainz; Studium Geschichte, Germanistik, Pädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (1. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien); 1984 Promotion (Diss.: „Judentoleranz und Judenemanzipation in Kurmainz 1774 – 1813“); 1987 Staatsexamen für den höheren Archivdienst; 1987 – 1993 Referent am Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden; 1993 Leiter der Abteilung für neuere Bestände am Thüringischen Hauptstaatsarchiv in Weimar; 2008 Leiter des Archivs; 2016 – 2018 Leiter des neugegründeten Landesarchivs Thüringen.